Kageetai Von Männern, Frauen, Liebe, Sex und was da so dazwischen sein kann…

4Dec/090

Auszug eines Vorzugs

Hier mal ein kleiner Vorgeschmack woran ich grad arbeite:

Filed under: Fiktives No Comments
29Apr/090

Zweisam unter Tausenden

Die Straße lang hinab ins Getöse
laufe binnen Sekunden in ein Meer der Eindrücke
Wo bin ich? frag ich mich
Sehe viel und bin doch blind
Höre alles und bin doch taub
Sehen aber nicht Erkennen
Hören aber nicht Zuhören
Erschlagene Sinne, überforderter Kopf
Doch dann ein Stich ins Auge
sehe nicht nur nein erblicke
vergessen ist der Ozean
nur noch die eine Welle zählt
in Gedanken hell erleuchtet
fällt auf unter Tausenden
denn Tausende sind keine
der Blick geht unter, wird gefunden
lässt nicht mehr los den meinen
wohin fährt uns dieser gemeinsame Pfad?
unklar ist das Ziel und beiden unwichtig
wollen ruhen doch das Meer tobt
werden getrieben und fließen mit
verlieren einander auf einmal
verloren sind die Blicke
versuche wieder zu finden
doch wie suchen unter Tausenden
wenn Sehen aber nicht Erkennen?
wenn Hören aber nicht Zuhören?

30Jun/082

Das Opfer

Der Morgen war kalt. Ausgesprochen kalt.
Doch dies war von belangloser Banalität im Gegensatz zu den anderen Problemen die er hatte. Das kleine Lagerfeuer, was er schnellzusammengesammelt hatte, um der Kälte wenigstens etwas strotzen zu können, brannte ruhig vor sich hin. Kein Wind störte die Morgenruhe und nur von der nahegelegenen Stadt drangen vereinzelte Geräusche der ersten aufwachenden Menschen zu seiner Lagerstätte herüber. Mittlerweile hatte selbst sein unfreiwilliger Begleiter das Rumgezerre an den Fesseln aufgegeben und schien zu schlafen. Und genau das war das Problem!
Dieser kleine Dreckssack dort drüben mit Knebel und Augenbinde sollte eigentlich schon längst tot sein. Dass er immer noch am Leben war, war einzig und allein sein Fehler. Wie konnte es dazu kommen?
Vor ungefähr 24 Stunden war er noch unterwegs durch dunkle Gassen einer ihm unbekannten Stadt auf den Fersen des nun gefesselt vor ihm Liegenden. Es war ein Auftrag wie jeder andere. Er sollte dieser Person habhaft werden und sie dann auf diesen Hügel bringen und "stummstellen" wie der Meister es immer nennt.
Bis dahin auch kein Problem! Alles lief wie geplant und zu mindestens keine Probleme von außen.
Er hatte das Opfer bis in die örtliche Schänke verfolgt und beobachtete ihn nun über den Rand seines nur als Alibi dienenden Kruges. Das Opfer hatte sich einen der zentralsten Plätze ausgesucht und bald nach Eintreten ein Kartenspiel mit einem der anderen Niederen angefangen. Natürlich spielte keiner von beiden fair. Aus der Ferne einiger Tische konnte er gut erkennen, wie sich beide Karten unterhalb ihres Tisches gebunkert hatten. Doch diese Frevel waren für ihn nicht von Belang. Er hatte gänzlich andere Gründe des Opfers habhaft zu werden. Der einzige Grund, warum er noch nicht zugeschlagen hatte, war einen besseren Moment abzuwarten, um möglichst wenig Zeugen zu haben, die er nur ebenfalls noch zu beseitigen haben würde.
Das maßlose Spiel in der Wirtsstube zog sich beachtlich in die Länge und seine Geduld wurde auf eine gehörige Probe gestellt. Als er schon beinah dazwischen gehen wollte, sprang der zweite Spieler auf einmal auf, blickte erzürnt auf seinen Kontrahenten nieder und stapfte dann ohne ein weiteres Wort aus der Gaststube. Das Opfer grinste leise in sich hinein und sammelte Karten und das gewonnene Gold, welches überall auf dem Tisch verstreut lag, ein und ließ beim Gehen dem Wirt noch ein angemessenes Trinklied liegen. Ein fröhliches Liedchen vor sich hin pfeifend, trat er auf den Weg vor dem Haus.
"Einen Moment soll er den Abend ruhig noch genießen." Nachdem er glaubte seiner Beute einen ausreichenden Vorsprung gelassen zu haben, stand der Jäger auf, bezahlte natürlich sein Getränk, an dem er eh nur genippt hatte und begab sich ebenfalls in aller Herrenruhe auf die Straße. Es bestand keine Gefahr sein Opfer zu verlieren; dem Gestank nach abgestandenem Bier war nicht aus dem Weg zu gehen. Außerdem konnte er den Beutel voller Goldstücke, den der Gewinner bei sich trug, in der Ruhe der nächtlichen Stadt gut vernehmen
Als das unterschiedliche Duo an dem wahrscheinlich dunkelsten Ort der Stadt angekommen war, beschloss er es wäre endlich Zeit zur Tat zu schreiten.
Als er sich nun weiterbewegte, war er für ein ungeübtes Auge kaum noch auszumachen. Er verschmolz förmlich mit den Schatten am Wegesrand; eine der vielen nützlichen Fähigkeiten, die er vom Meister erlernt hatte. Er huschte an dem Opfer vorbei ohne dass dieses ihn bemerkte und versteckte sich in einem Hauseingang, an welchem es vorbeikommen würde. Sein Atem wurde flacher und gleichmäßiger und er vermied jede Art von Bewegung. Als das Opfer direkt neben ihm war, schlug er mit Mittel- und Ringfinger zu. Er stach direkt in die Halsschlagader worauf das Opfer bewusstlos in sich zusammensackte. Er fing den nun leblosen Körper behutsam auf, um niemanden durch unnötige Geräusche anzulocken. Die gesamte Aktion hatte kaum mehr als eine Minute gedauert seitdem sie beide in die Gasse eingebogen waren.
Nun kam der eigentlich schwere Teil! Es galt das Opfer an den vereinbarten Treffpunkt zu bringen ohne von den Stadtwachen oder sonst einem zu hilfsreichen Bürger bemerkt zu werden. Doch auch hier konnte er sich die späte Stunde zu Nutze machen. Er hievte sich einen Arm seines Opfers über die Schulter und versuchte dann es nicht allzu auffällig durch die Straßen zu zerren. Das Schwierige dabei war seinen Nebenmann so aufrecht zu halten, dass es einigermaßen so aussah als würde er laufen, wenn auch sehr humpelnd. Er war doch immer wieder erstaunt, wie viele Menschen das für glaubwürdig hielten aber wahrscheinlich liegt es meisten eher daran, dass diese ebenso betrunken sind, wie sein jüngstes Opfer.
Durch die Gassen und kleineren Straßen kam er so unbehelligt doch als er gerade die Stadt über den Marktplatz verlassen wollte, hörte er eine Stimme hinter sich.
"Hey, brauchen die Herren vielleicht Hilfe?"
Innerlich zuckte er zusammen, doch äußerlich ließ er sich nichts anmerken und drehte nur den Kopf in die Richtung aus der die unerwünschte Unterstützung kam. Dort erblickte er eine der Stadtwachen, welche sich wahrscheinlich genötigt sah zum Ende des Tages noch einmal eine gute Tat zu vollbringen.
"Nein, keen Probleem! Wi kommn scho zurech!"
Er versuchte etwas zu lallen um dem Ganzen mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen. Die Wache trat näher und jetzt konnte er sie genauer erkennen. Sie schien noch recht jung zu sein, wahrscheinlich ein Jüngling, der sich in seiner patriotischen Pflicht berufen sah, der Stadt und ihre Bewohner mit allen Mitteln zu helfen. Die Jugend sollte zu dieser Uhrzeit doch lieber ihren Schlaf genießen, denn die meisten von ihnen haben ihn auch noch nötig. Der Knabe warf noch einen Blick auf das seltsame Paar, schien dann aber einzusehen, dass sie es beide auch ohne ihn schaffen würden.
Mit einem leichten Gähnen und sich schon weg drehend, meint er noch: "Ist gut, wenn die Herren keiner Hilfe benötigen! so will ich mich dann auch alsbald zur Ruhe begeben!"
"Ja, mach du nur endlich!" wollte er ihm beinahe hinterher rufen, doch stattdessen schulterte er seine Last wieder fester und machte sich daran auch noch die letzten Meter aus der Stadt heraus zu bewältigen. Draußen angekommen konnte er seinen Ballast endlich angenehmer tragen und so waren die letzten Meter auf den Hügel am Waldrand nicht mehr schwer zu bewerkstelligen.

Filed under: Fiktives 2 Comments
20Nov/070

BlutTrennung – Kapitel 2

Unverhoffte Stille

"Scheiße! Nein! Liz!"
Liz hatte eine beträchtliche Platzwunde an der Schläfe, aus welcher das Blut, welches nun die Scheibe verzierte, in einem stetigen Strom ran und ihr über das linke Auge floss. Sie hatte die Augen geschlossen und schien bewusstlos zu sein. Das dürfte auch der Grund für ihr Schweigen sein.
"Oh Gott, Oh Gott! Wie konnte das passieren?!" Mike schüttelte Liz' Oberkörper in der Hoffnung, dass sie davon wieder erwachen würde. Was sie auch tat!
"Oh man, schrei doch nicht so rum! Und hör auf mich so zu schütteln, davon kriege ich ja Kopfschmerzen!"
"Liz, du lebst! Gottverdammt, ich habe mir vielleicht Sorgen gemacht!" Mike hörte auf sie durcheinanderzuschütteln und umarmte sie den Tränen nahe.
"Natürlich lebe ich noch und jetzt hör auf mich zu zerdrücken!", Sie setzte sich wieder gerade auf und legte eine Hand an ihre Schläfe, "Mein Kopf fühlt sich an als wäre er mit Überdruck durch diverse Gesteinsschichten gepresst worden."
"Ja, so ungefähr könnte man es beschreiben. Meinst du, du kannst aufstehen?"
"Ich denke schon!", sie nahm die Hand wieder von ihrer Schläfe während sie sprach, "Verdammt, ich blute ja richtig"
"Ja, die Wunde sieht nicht gut aus. Ich denke wir sollten so schnell wie möglich etwas tun, um die Blutung zu stoppen! Ich glaube ich habe noch einen halbvollen Verbandskasten im Kofferraum. Komm!" Mike wand sich von ihr ab und öffnete die Autotür um auszusteigen.
Liz kam nicht so schnell voran. Beim Aufstehen von ihrem Sitz begann sie zu schwanken und wäre beinah gestürzt, wäre nicht Mike dort gewesen, um sie aufzufangen.
"Oh man, mir dreht sich alles!"
"Hm, das sieht wirklich nicht gut aus. Warte kurz hier, ich hole den Verbandskasten!" Mike half Liz sich wieder in die Autotür zu setzen und begab sich zum Kofferraum des Wagens.
Erst jetzt hatte Mike wirklich die Zeit und die Ruhe sich die Umgebung genauer anzuschauen.
Man konnte die Spuren sehen, die der raue Asphalt dem Hartgummi der Reifen abverlangt hatte. Sie fingen gerade an der Stelle an, an der Mike auf die Bremse gesprungen sein musste und endeten abrupt dort, wo sich jetzt auch das Auto selbst befand: An einem Baum am Straßenrand.
Bei Betrachtung dieses nun schrottreifen Klumpens Metall, fiel Mike auch wieder das Hindernis auf, das zu der derzeitigen Situation führte.
Wie schon zuvor konnte man auf den ersten Blick hin nicht sagen, was dort eigentlich die Straße versperrte. Aus der Ferne sah es einfach wie ein großer Haufen Gerümpels aus, doch als Mike ein paar Schritte näher trat, wollte er seinen Augen nicht trauen.
"Das kann doch nicht sein!"
"Was ist denn, Mike? Ist etwas passiert?" Liz' Stimme drang an sein Ohr und half seinen Augen sich von diesem Anblick zu lösen.
"Nein, es ist alles in Ordnung!", rief er ihr sich wieder dem Wagen zuwendend zu, "Bleib sitzen! Ich bin gleich mit dem Verbandskasten da."
Nach einem letzten Blick auf die Barriere machte Mike sich endlich daran den Erste-Hilfe-Kasten aus dem Kofferraum zu nehmen.
Wie kommen diese... Dinger hier her! Mike konnte sich kaum darauf konzentrieren den Plastikkasten aus der Halterung zu nehmen. Als er es endlich geschafft hatte, fühlte er sich gleich viel besser, denn mit dem Gedanken jetzt seiner Schwester helfen zu können, machte er sich auf den Weg zurück zu ihr.
"Da bist du ja endlich wieder! Ich dachte schon, ich muss ein Suchkommando nach dir schicken lassen." Liz war dem Anschein nach wieder bei vollem Bewusstsein, denn mit jenem war wohl auch ihr freches Mundwerk wiedergekommen.
"Mir ist nur etwas ins Auge gefallen. Ich zeige es dir gleich aber lass uns erstmal deine Stirn etwas bandagieren!" Bei diesen Worten war Mike auch schon dabei den Verbandskasten zu öffnen. "Dann wollen wir mal! Mal schauen, ob ich noch genug vom Erste-Hilfe-Kurs behalten habe." Er nahm eine Mullbinde aus dem Kasten und begann sie langsam und behutsam um Liz' Stirn zu wickeln. "Wenn es irgendwie wehtun sollte, musst du Bescheid sagen!"
"Hey, ich bin nicht so zimperlich, wie du zu denken scheinst. Glaubst du wirklich, ich hätte mich noch nie verletzt? Wie waren beide mal klein." Liz hatte durch den Aufprall wirklich nichts von ihrer Bissigkeit verloren.
"Ich mache mir doch nur Sorgen um dich! Ich kann die Wunde hier ja nicht mal richtig desinfizieren. Wir müssen so schnell wie möglich ein Krankenhaus oder dergleichen in der Stadt suchen. Nur müssen wir auch erstmal in die Stadt kommen; das Auto können wir jetzt erstmal vergessen. Wie es aussieht müssen wir den Rest des Weges zu Fuß gehen." Mit einem Blick auf den vorderen Teil des Wagens, der sich förmlich um den Baum gewickelt zu haben schien, fuhr Mike fort Liz' Schädel zu verbinden. Erst in diesem Moment schien Liz das erste Mal einen Blick nach Draußen zu werfen.
"Ach du Scheiße! Da sieht ja schrecklich aus! Da sind wir wirklich mal gerade so davon gekommen! Wie konnte das denn passieren?"
Mike befestigte das Ende der Mullbinde mit einer Sicherheitsnadel an Liz' Hinterkopf und meinte dann: "Ich bin fertig, steig aus und ich zeige es dir!"
Das ließ selbst Liz sich nicht zweimal sagen und während Mike gerade noch Zeit hatte auszuweichen, drang sie nach draußen, um zu sehen, was sie derart von der Straße abkommen ließ. Zwar schwankte sie noch etwas beim Aufstehen aber abgesehen davon war sie schon wieder so flink wie sonst auf den Beinen. Mike hielt sie an der Schulter und führte sie um den Wagen damit sie sehen konnte, was ihnen den Weg versperrt hatte.
"Was ist das denn?" Als beide vor dem Wall, den Mike vorher entdeckt hatte, stehenblieben, sah auch Liz die unerwarteten Gegenstände, welche zu solch einer großen Zahl auf der Straße aufgetürmt waren, dass sie eine unüberwindbare Barrikade bildeten.
"Das sind doch... Puppen! Nein, das ist... meine alte Lucy! Meine Lucy, mit der ich früher immer gespielt habe!" Sie nahm eine der alten Bekannten in die Hand, um sie aus der Nähe zu betrachten.
"Und nicht nur das! Dort liegen auch alte Spielsachen von mir!" Mike griff an eine andere Stelle des Haufens und zog eine alte Action-Figur hervor. "Siehst du? Mit der habe ich früher immer gespielt und du hast sie gehasst."
"Aber wie kommen die hierher? Wer macht sich die Mühe haufenweise ein und dieselben Spielsachen zu besorgen und hier auf diese gottverlassene Straße zu schleppen? Und warum zum Henker sollte das überhaupt jemand tun? Was erhofft derjenige sich davon?"
"Ich habe absolut keine Ahnung aber es sieht aus, als wenn sie schon eine ganze Weile hier liegen. Sie sehen so alt aus als wären sie alle tatsächlich unsere von damals. Das ergibt für mich alles auch keinen Sinn!" Auf einmal hatte Mike ein anderes Bild der Puppen und Figuren vor Augen: Sie alle bewegten sich und zappelten und nicht mehr die normalen Gesichter waren aufgemalt sondern grässliche Fratzen grinsten ihnen schelmisch entgegen. Mit auf und zu schnappenden Mündern geiferten diese Monstrositäten nach den beiden. Doch genauso schnell, wie dieses Bild entstand, verschwand es auch wieder. Mike schreckte zurück warf und die Figur ruckartig und mit einer angeekelten Geste auf den Haufen, als wenn sie ihn wirklich jederzeit anspringen könnte. "Komm lass uns von hier verschwinden! Mir gefällt der Anblick dieser... Dinger absolut nicht! Irgendetwas stimm daran nicht!"
"Aber was sollen wir jetzt tun? Fahren können wir ja wohl nicht mehr!" Liz schien völlig resigniert.
"Lass uns erstmal nachschauen, wo genau wir hier eigentlich sind!" Mike begab sich zurück zum Auto und holte eine Straßenkarte aus dem Handschuhfach. Als er sich an den Kotflügel lehnte, stellte sich Liz neben ihn, um ebenfalls die Karte zu studieren.
"Wir dürften nicht mehr weit von der Stelle sein, die auf der Karte markiert ist. Vorhin war doch dieser Ort durch den wir gefahren sind, oder? Dann müssten wir jetzt in der Nähe davon sein." Liz deutete auf einen Punkt auf der Karte, um den ein Kreis in roter Farbe gemalt war. Daneben war das Wort Mutter zu lesen.
"Scheint so aber seltsam ist, dass beim Besten Willen nichts an dieser Stelle zu sehen ist, außer einer Kreuzung zweier Waldwege." Mike warf einen leicht resignierten Blick um sich. "Außerdem ist da noch dieser Tunnel zwischen uns und der Abzweigung in den Wald."
"Tja, da müssen wir wohl durch!"

6Aug/072

Bluttrennung – Kapitel 1

Prolog

"Fahr nicht so schnell! Ich will nicht sterben, bevor wir da ankommen."
"Hey, auf dieser Straße ist wahrscheinlich schon seit Jahrzehnten niemand mehr gefahren und der Asphalt freut sich über ein wenig Schmerzen. Was soll also schon passieren?"
Er legte in beruhigender Absicht seine rechte Hand auf ihren Arm doch schien dies die gewünschte Wirkung zu verfehlen: "Nimm sofort wieder deine Hand ans Lenkrad!"
"Ist ja gut, Schwesterchen!" Eilig legte er seine Hand wieder zurück und versuchte sich auf den Weg zu konzentrieren. Bei Betrachtung dieser Straße schien es immer wahrscheinlicher, dass er mit seiner vorherigen Bemerkung recht gehabt hatte. Sie war in einem derart schlechten Zustand, dass sich selbst in den Schlaglöchern noch Schlaglöcher befanden. Diesen und all den Steinen auf der Fahrbahn ausweichend fuhren Mike und Liz Caine immer Richtung Westen.
"Also in Washington waren die Straßen wenigstens noch befahrbar." Nachdem Liz ein paar Minuten den masochistischen Asphalt angestarrt hatte, brach sie das Schweigen. Sie war einfach nicht die Person, die lange still sein konnte. Mike hielt es nicht für notwendig darauf zu antworten und konzentrierte sich weiter darauf den angreifenden Schlaglöchern auszuweichen.
Beinahe zwei Stunden fuhren sie jetzt schon unablässig immer die eine Straße entlang und waren seit Baltimore durch keine größere Stadt mehr gekommen. Immer karger wurde die Landschaft und wo anfangs wenigstens noch vereinzelte Häuser am Straßenrand standen, wurden diese jetzt durch trostlose Felder und der Verrottung verdammten Wälder ersetzt.
"Da erhalten wir endlich mal ein Lebenszeichen von Mutter und dann schickt sie uns in solch eine Gegend!" Auch Mike ertrug das Schweigen indes nicht mehr. Es war selbst ihm zu still da seltsamerweise das Radio keinen Empfang mehr hatte. Nur noch statisches Rauschen drang aus den Boxen des Autos, welches aber zeitweise an- und abzuschwellen schien. Wahrscheinlich war dies nur der wechselhaften Bewölkung zuzuschreiben, wie Mike sich dachte.
Liz hatte langsam genug von der Einöde und den Bäumen, die sie zu verfolgen schienen: "Wie weit geht diese Straße eigentlich noch? Wir müssen doch irgendwann da sein!"
"Keine Panik!", Mike wandte sein Gesicht nach Rechts während er mit ihr sprach, "Weit kann es nicht mehr sein. Laut der Karte müsste gleich der Tunnel kommen und dann ist dort..."
Weiter kam er nicht, denn auf einmal schrie Liz laut "Pass auf!", versuchte das Lenkrad zu greifen und während Mike seinen Kopf wieder schnell nach vorne richtete, sah er einen riesigen Berg aus undefinierbaren Gegenständen den weiteren Verlauf der Straße versperren. Davon erschrocken griff er ebenfalls hast an den Lenker und verdrehte ihn soweit möglich, um diesem Hindernis auszuweichen. Der Wagen geriet sofort ins Schlingern. Alles drehte sich um die beiden in Panik geratenen Insassen und alles außerhalb der Scheiben verschwamm alles zu einem homogenen Farbgemisch. Das außer Kontrolle geratene Gefährt schien gar nicht mehr stoppen zu wollen aber nach einem Moment des absoluten Pandämoniums gab es einen starken Ruck und alles hörte auf durcheinanderzuwirbeln. Beide Passagiere wurden von der Fliehkraft ihrer Kräfte beraubt nach vorn geschleudert. Die Sitzgurte, die sich an ihre von der Industrie versprochene Aufgabe erst zu spät zu erinnern schienen, zogen die beiden an sie Geketteten hart wieder in die Sitze zurück.
Nach dieser unfreiwilligen Autoscooter-Fahrt entsprechend durchgeschüttelt, brauchten beide Insassen eine Weile bis sie wieder bei vollem Bewusstsein waren.
"Gottverdammt, ich fühle mich wie James Bonds Martini - Shaken, not stirred!", Mike war der erste der nach ein paar Momenten wieder klar sehen konnte, "Und was bist du? Eine Bloody Mary?" Er sah zu seiner Schwester hinüber und ihm blieb sofort die Luft weg. Liz lag vollkommen bewusstlos in den Sicherheitsgurten, war durch den Schwung stark nach vorne gebeugt worden und lehnte mit ihrem Kopf an der Frontscheibe des Autos. Ihr Gesicht wurde von ihren Haaren verdeckt aber an der Scheibe lief ein kleines Rinnsal Blut herab, wie um Mike seines Spruches wegen zu verhöhnen.
"Liz, verdammt, sag doch was! Das kann doch nicht wahr sein!"
Er nahm ihren Oberkörper und versuchte ihn wieder in eine aufrechte Position zu bringen. Als sie wieder an dem Sitz lehnte, sah er ihr Gesicht.