oder “Geladen! Wegtreten!”

“Aber Hasi, du weißt doch, dass ich dich liebe!”
“Du verstehst nicht was ich will!” “Ja, dann erkläre es mir doch, Süße!” “Dass du mich liebst!” “Das tue ich doch!” “Das zeigst du mir aber nicht!” “Aber du weißt es doch!”

Dieser Text ist meine erste Auftragsarbeit einer Freundin und richtet sich an Paare, die solch eine oder eine ähnliche Situation schon erlebt haben.
Dies ist meist bei schon länger währenden Beziehungen zu beobachten und erleben.
Manch einer würde sagen, das Knistern fehlt, der Funke ist ausgegangen, das Feuer erloschen oder was immer euch in den Sinn kommt.
Doch woran liegt das?
Selbstverständlichkeit!
Lasst euch das mal auf der Zunge vergehen! Ein simpler Begriff, wie Selbstverständlichkeit, kann eine Beziehung, wie die eure zerstören? Wo ihr doch schon so viel zusammen durchgemacht habt, euch nie trennen wollt und euch ohne Worte versteht! Ups, habe ich euch jetzt die Worte aus dem Mund genommen?!
Selbstverständlichkeit, oder allgemeiner der Alltag, sind der natürliche Feind einer Beziehung (so von wegen Gesetz des Stärkeren und so…)!
Wie sieht eure Beziehung heutzutage aus? Vielleicht lebt ihr miteinander und seht euch täglich oder ihr könnte euch nicht so oft sehen und telefoniert täglich. Dies und viele weitere Dinge sind selbstverständlich zu eurem Alltag geworden. Man sieht trifft sich, geht gemeinsam einkaufen, macht gemeinsam essen und das alles in einem täglich wiederkehrenden Tagesablauf.
Und eines Tages dann kommt solch eine Situation wie oben!

Nicht weiter wild?! Schatzi, hat einfach mal nur nen schlechten Tag?! Das wird schon wieder?! Is nich!
Schatzi ist ein Teil eurer Beziehung und zwar nich der einzige. Eine Beziehung zwischen zwei Partner ist eine emotionale eineindeutige Verbindung. Das heißt, wenn eine der Seiten der Verbindung bröckelt oder gar zerbricht, ist die Beziehung zum Scheitern verurteilt.
Also taucht auf einer der Seiten der Beziehung ein Problem oder eine Unstimmigkeit auf und die andere Seite erkennt dies nicht und handelt nicht auch, haben beide ein Problem. In einer Beziehung gibt es keine einseitigen Problem, weil nichts einseitig ist!

Du + Ich = Wir

Viele beschreiben auch das “Auseinanderleben” als einen typischen Grund für das Scheitern einer Beziehung. Als “Auseinanderleben wird oft das persönliche Verändern eines oder beider Partner in der Beziehung gesehen.
Es wird gemeint der Partner habe sich verändert und sei nicht mehr der selbe, wie zu Beginn der Beziehung. Man passe einfach nicht mehr zusammen. Es gäbe zu viele Diskrepanzen, um sein Gegenüber noch zu lieben.
Auch wenn hier der Feind nicht direkt die Selbstverständlichkeit ist, so ist es doch im Grunde auch der Alltag!
Man kennt sich nun schon sehr lange und die Beziehung baut sich auf der Zeit auf, in der man sich kennengelernt hat. Doch auf einmal gibt es Veränderungen, die nicht in das Bild der alten wunderbaren Beziehung passen. Diese Veränderungen stören das Bild der Traum-Beziehung, welches am Beginn aufgebaut wurde.

Die rosarote Brille ist langsam aber unvermeidlich von der Nase gerutscht!

Also was gilt es zu tun, um das zu vermeiden?
Ich halte die Philosophie das Leben so einfach wie möglich zu halten, also sage ich einfach: Alltagsflucht!
Klingt doch ganz logisch oder etwa nicht? Nein? Okay!
Erinnert ihr euch an euer Kennenlernen? Wie ihr euch das erste Mal gesehen habt, wie ihr das erste Mal mit einander geredet habt, der erste Flirt, der erste Kuss, das erste Mal? Und viel wichtiger: Wisst ihr was alles noch dazwischen war? Ich rede von dem Herzrasen, den glühenden Blicken, den kessen Sprüchen?
Anders gesagt: Erinnert ihr euch an das Spiel?
Habt ihr nicht gern gespielt? Hat es nicht Spass gemacht, die Herausforderung gekitzelt?
Doch warum habt ihr das aufgegeben?
Ich will nicht sagen, lebt wieder stürmisch das Single-Leben – auf keinen Fall! Doch gehört mehr zu einer Beziehung als sie auszubauen und dann so bestehen zu lassen.
Gehen wir mal in die Physik: Um ein Objekt auf eine gewisse Höhe zu heben, braucht es Energie und um den Körper auf dieser Höhe zu halten ebenfalls. Versteht ihr die Metapher?
Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und sage: Das ist langweilig! Wir wollen das Objekt nicht einfach nur hochhalten!
Genau wie in der Muckibude ist es viel effizienter das Objekt hoch UND runter zu stemmen. Also wir setzen immer wieder Energie ein, um das Objekt ständig in Bewegung zu halten, denn Stillstand heißt tot!
Auf Beziehungen übertragen heißt das, nur wenn wir immer wieder Energie in die Beziehung investieren, kann sie weiter bestehen und wir können sie auf einem hohen Energie-Level halten. Denn wenn keine Energie investiert wird, wir stagnieren, ist es wie beim Fitness-Training und wir bauen ab!

Okay, genug Theorie!
Wir investieren wir also Energie in eine Beziehung? Was für eine Energie habt ihr denn am Anfang in die Beziehung investiert? Alle mögliche möchte ich meinen!
Man hat sich beim ersten Kennenlernen gegenseitig umgarnt, das erste Date geplant, ein romantisches Erlebnis organisiert, usw. usw.
Doch wo sind diese Dinge hin? Warum habt ihr das aufgegeben? Macht zum Henker nochmal weiter damit!
Genau diese Dinge sind es doch, die damals so viel Spass gemacht haben und euer Herz jedes Mal haben höher schlagen lassen. Ihr habt euch immer wieder auf weitere Begegnungen gefreut, weil diese immer was besonderes waren. Die Beziehung war neu und aufregend!
Und genau diesen Zustand wollen wir wieder erreichen! Wir wollen wieder die Aufregung und das Herzklopfen spüren, wenn wir unseren Schatz sehen!
Oder habt ihr es etwa gern langweilig und eintönig? Kann ich mir nicht vorstellen!
Was bleibt also als Lösung? Den Alltag beseitigen, denn Alltag ist langweilig und Langeweile ist Tod!
Der Alltag besteht aus eintönigen Dingen, wie einkaufen gehen und die Wohnung aufräumen. Natürlich sollt ihr diese Dinge nicht sein lassen oder dergleichen (ein zivilisiertes Leben möchte ich niemanden absprechen) aber gehörig aufpeppen. Geht nicht immer normal miteinander um, spielt Rollenspiele oder geht für den alltäglichen Einkauf einfach mal woanders hin. Spielt ein paar sonst eher ungewöhnliche Spiele, denn schließlich ist auch eine Beziehung im Grunde nichts anderes als ein langwieriges Spiel. Man kann gewinnen und verlieren und ohne Einsatz gewinnt man gleich gar nichts. Doch zu diesem Themen-Komplex ein anderes Mal mehr!

Ladet euren Schatz doch mal zu einem romantischen Abend auf dem höhesten Gebäude eurer Stadt ein und um dem die Krone auf aufzusetzen, nehmt ihr eine Flasche Wein mit und entkorkt ihn dort gemeinsam. Am besten kommt das Ganze natürlich als Überraschung. Verbindet eurem Partner die Augen, setzt ihn ins Auto und erst direkt am Zielgebäude (vorsicht beim Besteigen des Gebäudes, Augen bleiben zu!) werden ihm oder ihr die Augen und das Herz geöffnet.
Der Fachbegriff dafür ist übrigens Roofblast. Nicht etwa, weil ihr dann euch mitsamt dem Dach des Gebäudes auf dem ihr steht ins All schießt, sondern weil ein solches Erlebnis eurem Partner die Schädeldecke wegblasen wird – im metaphorischen Sinne natürlich.

Und zu aller Letzt mein kleiner Geheimtipp um einer jeden Beziehung den frischen Kick selbst im alltäglichen Leben zu geben:
Necken!
Seid nicht immer nur nett zueinander. Spielt mit dem Anderen indem ihr auch mal leicht fies seid und etwas triezt. Das wühlt den inneren Emotionshaushalt auf und bringt die Gefühle in Wallungen! Das ideal Spielzeug also, um wieder Würze in die Beziehung zu bringen.
Zeigt euch gegenseitig auch mal die Zähne und vielleicht werden ihr sie dafür später im Fleisch spüren – auf extrem lustvolle weise!

Okay, für die die immer nur den letzten Absatz lesen:
Hat eine der Seiten einer Beziehung Probleme, haben beide Seiten das Problem. Eine Beziehung kann mit nur einer fehlerfreien Seite nicht existieren.
Eine Beziehung benötigt eine andauernde Energie-Zufuhr sonst vergeht sie. Am Anfang einer Beziehung investieren beide Seiten viel Energie in eine Beziehung und deswegen war sie vital.
Wenn ihr euch immer wieder um den Nervenkitzel in einer Beziehung bemüht, werdet ihr eine vitale Beziehung führen.
Achja, und es kann natürlich auch nicht schaden, wenn man sich nicht ständig auf der Pelle hockt.


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3 Responses to “Re-Animation”

  1. Steven says:

    Naja recht hat sie schon.
    Nur entstehen viele Streitereien auch dadurch, wenn man dem jeweils anderen nicht richtig zuhört oder einfach durch Missverständnisse.
    Ansosnsten finde ich das der Text gut geschrieben und leicht verständlich ist.

    • Mischa says:

      Was meinst du, sie hat recht?
      Grundlegende Streitereien sind ein anderes Thema, die ich sicherlich noch mal anderweitig besprechen werde.
      Danke dennoch! ;)

  2. Steven says:

    Naja mit sie hat recht meine ich deine Auftraggeberin^^

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